Deutschland brauche eine Schule für alle Kinder, die auf einer Kindertagesstätte aufbaut, in der wissenschaftlich ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher bereits eine angemessene Bildung bieten würden. Eine Schule mit einer veränderten Lern- und Unterrichtskultur, die jedem Einzelnen gerecht werden könne. Eine Schule, die auf Leistungsdifferenzierung verzichte.
Eine Schule, in der Kinder die gesellschaftlich vereinbarten Mindeststandards in Pflichtkursen erreichen könnten und darüber hinaus individuell vielfältige weitere Lernangebote und wahldifferenzierende Profilierungsmöglichkeiten erhalten würden, mit denen sie zu ihren individuellen Höchstleistungen herausgefordert würden. Eine Schule, die Kinder dazu befähige, diese Lernangebote selbstbestimmt wahrzunehmen und für ihr Lernen selbst Verantwortung zu übernehmen.
Diese Schule könne auf Noten als sachfremde Scheinmotivierung verzichten. In ihr arbeiten PädagogInnen mit unterschiedlichen Kompetenzen, mit gleichwertiger Ausbildung und daher gleicher Bezahlung miteinander. Und eine Schule, in der Gemeinde und Nachbarschaft mit einer anregenden Lernumgebung, die das andere Lernen unterstütze – Schule als Kinder-, Jugend-, Sport-, Kultur-, Technik-, Bibliotheks-, Medien- und Gemeindezentrum für vielfältige Aktivitäten, die ganztägig und ganzjährig für alle geöffnet seien.
Eine Änderung des Schulsystems durch die Politik sei nicht damit getan, Türschilder einfach auszuwechseln. Die Veränderung müsse den Kern betreffen. So fasst Susanne Thurn, Leiterin der Laborschule in Bielefeld, zusammen, was „Eine Schule für alle“ leisten müsse.
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