Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen: Die Linke NRW fordert kostenfreien Schutz und schnellen Ausbau von Frauenhausplätzen
Bianca Austin, frauenpolitische Sprecherin, erklärt: „In Nordrhein-Westfalen fehlen weiterhin schätzungsweise rund 1.200 Plätze in Frauenhäusern und Schutzunterkünften. Es ist höchste Zeit, dass ernsthafte Maßnahmen greifen. Hinzu kommt, dass viele betroffene Frauen ihren Schutz selbst finanzieren müssen, wenn sie ein eigenes Einkommen haben, etwa Rentnerinnen oder Asylsuchende.“
Austin verweist zudem auf die dramatische Lage bei Gewaltkriminalität gegen Frauen: Zwischen 2014 und 2023 registrierte das Landeskriminalamt NRW insgesamt 1.666 versuchte und vollendete Tötungsdelikte an Frauen. 908 Frauen starben. In 522 Fällen stufte das LKA die Taten als Femizide ein. Auch bundesweit zeigt sich eine alarmierende Entwicklung: 2024 wurden laut Bundeskriminalamt 265.942 Menschen Opfer häuslicher Gewalt, davon sind 70,4% weiblich.
„Frauen, die heute Gewalt erleben, können nicht warten, bis Gesetze irgendwann Wirkung entfalten. Sie brauchen sofort Schutz und Sicherheit“, so Austin weiter.
Das Anfang 2025 verabschiedete Gewalthilfegesetz sei ein wichtiger Schritt, doch Nordrhein-Westfalen sei noch weit davon entfernt, die gesetzlich vorgeschriebene flächendeckende Versorgung bis zum 1. Januar 2027 sicherzustellen. Viele Kommunen kämpfen weiterhin mit unzureichenden Kapazitäten und fehlenden Mitteln.
„Der Schutz vor Gewalt ist ein Grundrecht. Die Landesregierung muss jetzt dafür sorgen, dass Frauen in Nordrhein-Westfalen nicht länger an fehlenden Plätzen, finanziellen Belastungen oder bürokratischen Hürden scheitern. Jede Frau hat Anspruch auf Sicherheit. Deswegen fordern wir als Linke nicht nur den Ausbau der Frauenhauskapazitäten, sondern auch einen kostenfreien und unmittelbar verfügbaren Zugang zu allen Schutz- und Beratungsangeboten, und eine angemessene Finanzierung der Träger ebendieser.“
