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Thorsten Fischer / OV DIE LINKE Wittgenstein

PRESSEMITTEILUNG: Ablehnung des Kreistages des "Corona"-Soforthilfe-Antrages der Linken für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche

Der Landrat und der Kreistag haben den Antrag der Linken für eine 100 € - Soforthilfe für sozial und finanziell benachteiligte Kinder und Jugendliche mit der Begründung abgelehnt, dass ja schon der Bund einen sog. Kinderfreizeitbonus an SGB II – Leistungsempfänger ausgezahlt habe. Hier nochmal zur Erinnerung: Diese Kinder und Jugendlichen wurden und werden von den Belastungen infolge der „Corona“-Pandemie besonders stark getroffen, weil sie und ihre Eltern ihnen einerseits mehr als andere ausgesetzt sind und sie andererseits über geringere finanzielle und sonstige Ressourcen verfügen, um diese Folgen auszugleichen. Außerdem sind ihre Eltern häufiger von Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit betroffen oder sind öfter in prekären Beschäftigungsverhältnissen tätig. Sie leben oft in beengten Wohnverhältnissen ohne ausreichend Rückzugsorte, was ihre Situation während der Pandemie noch zusätzlich verschärft hatte. In der Folge kam es vor allem bei ihnen zu einer sprunghaften Zunahme sozialer und psychischer Belastungssymptome.

Mal abgesehen davon, dass der Antrag der Linken sich nicht nur auf den SGB II - Leistungsbereich begrenzt hat, muss man feststellen, dass selbst mit der beantragten zusätzlichen Soforthilfe aus kommunalen Mitteln diese Folgen nicht aufzufangen sind. Deshalb gingen die Anfragen der Linken dies bezüglich auch weiter. Aber dass Landrat und Kreistag sich trotz vorhandener Mittel nicht mal zu diesem Tropfen auf den heißen Stein durchringen konnten. lässt tief in das sozialpolitische Gewissen der Beteiligten blicken. Mit Blick auf die milliardenschweren Corona-Hilfen für Konzerne, aus denen teilweise ja noch Dividenden und Boni gezahlt wurden, werden diejenigen, die nur ein paar Brotsamen erhalten haben, wahrscheinlich denken: Danke für nichts, lieber Landrat!


Kontakt

Thorsten Fischer
Vorsitzender
Telefon 0176 74787415
thorsten.fischer

Wolfgang Roeser
1. Stv. Vorsitzender

Frank Korthals
2. Stv. Vorsitzender

Vereinsamt

Die Krähen schrein
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnein,-
Wohl dem, der jetzt noch - Heimat hat!
Nun stehst Du starr,
Schaust rückwärts, ach! wie lange schon!
Was bist Du Narr
Vor Winters in die Welt entflohn?

Die Welt - ein Tor
Zu tausend Wüsten stumm und kalt!
Wer das verlor,
Was Du verlorst, macht nirgends Halt.

Nun stehst Du bleich,
Zur Winter-Wanderschaft verflucht,
Dem Rauche gleich,
Der stets nach kältern Himmeln sucht.

Flieg, Vogel, schnarr
Dein Lied im Wüstenvogel-Ton! -
Versteck, du Narr,
Dein blutend Herz in Eis und Hohn!

Die Krähen schrein
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnein, -
Weh dem, der keine Heimat hat!


Dieses Gedicht schrieb Friedrich Nietzsche 1887, nachdem er wegen einer schweren psychischen Krise seine Lehrertätigkeit in Deutschland aufgeben musste und er quasi vor dem eigenen psychischen Zusammenbruch in ein rastlos wanderndes Leben zwischen der Schweiz und Italien floh. Die Situation der Flüchtlinge auf Lesbos usw. jetzt kurz vor dem Winter hat mich daran erinnert.

Heiko