Sparen auf Kosten der Schüler*innen – Fehlentscheidung im Kreuztaler Stadtrat

Erst vor kurzem hat der Rat der Stadt Kreuztal den Kombinationsbau aus Schule und Bürgerforum positiv beschlossen. Dieses wichtige Zukunftsprojekt stand bereits damals auf der Kippe, weil einige Fraktionen angesichts der Kosten Vorbehalte äußerten – trotz der klaren Einschätzung der Verwaltung und des Stadtkämmerers, dass die Finanzierung für Kreuztal tragbar ist.

Der Beschluss wurde schließlich mit der Einschränkung gefasst, dass die Verwaltung mögliche Einsparpotenziale prüfen und dem Rat erneut zur Entscheidung vorlegen soll. 

In der letzten Ratssitzung wurde nun nach Vorlage der Verwaltung mit einer knappen Mehrheit von 19 zu 18 Stimmen beschlossen, die geplante Schulerweiterung um ein Klassenzimmer zu reduzieren, um rund 150.000 Euro einzusparen. Argumentiert wird unter anderem, dass man durch diese veränderte Anordnung in einigen Jahren, falls noch mal zusätzlicher Bedarf bestünde, drei Klassenzimmer erweitern könne statt nur eins. 

Diese Argumentation ignoriert sowohl die Realität an unseren Schulen als auch die langfristige finanzielle Entwicklung. Es ist absehbar, dass Baukosten in den kommenden Jahren weiter steigen und sich die Haushaltslage der Stadt eher verschlechtern wird. Eine spätere Erweiterung wird damit immer unwahrscheinlicher.

Darüber hinaus verkennt die Entscheidung die tatsächlichen Bedürfnisse von Schulen: Es gibt keine überschüssigen Klassenräume! Raumbedarf lässt sich nicht allein anhand der Anzahl von Klassen berechnen, denn Schule ist viel mehr als Unterricht: Kinder und Jugendliche benötigen Räume für Begegnung, für Arbeitsgemeinschaften, für eigenständige Projekte und Initiativen und für Mitbestimmung. Diese Aspekte sind ein wesentlicher Bestandteil von Bildung und tragen maßgeblich zur Entwicklung junger Menschen bei.

Wir sind überzeugt: Die Schule hätte für den zusätzlichen Raum eine sinnvolle Nutzung gefunden. Die jetzt beschlossene Einsparung erfolgt daher auf Kosten der Schüler*innen.