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Stellungnahme zum Veteranentag am 21. Juni in Erndtebrück

Die Linke im Kreistag respektiert die Menschen, die als Soldatinnen und Soldaten Dienst leisten oder geleistet haben. Nicht wenige kehren aus Einsätzen mit körperlichen Verletzungen oder psychischen Belastungen zurück. Sie verdienen Unterstützung und eine verlässliche Versorgung.

Der Veteranentag darf jedoch nicht dazu dienen, Militär und Kriegsdienst als etwas Attraktives oder Selbstverständliches darzustellen. Die Erfahrungen vieler Veteran:innen zeigen vielmehr, welche Folgen Krieg, Gewalt und bewaffnete Konflikte haben. Wer Panzer, Ausrüstung und Militärtechnik auf Marktplätzen präsentiert, trägt dazu bei, das Militärische im öffentlichen Raum zu normalisieren.

Kritisch sieht die Linke Kreistagsfraktion Siegen-Wittgenstein deshalb die Veranstaltung am 21. Juni auf dem Marktplatz in Erndtebrück. Dazu erklärt der Fraktionsvorsitzende Ingo Langenbach:

„Der Veteranentag in Erndtebrück ist aus unserer Sicht keine neutrale Gedenkveranstaltung. Mit Militärtechnik zum Anfassen und Volksfestcharakter wird die Bundeswehr als attraktiver Arbeitgeber präsentiert. Diese Militärwerbung lehnen wir entschieden ab.

Wenn die FDP in der Siegener Zeitung fordert, der Kreis müsse sich ‚klar und deutlich zur Bundeswehr bekennen‘, verkennt sie die Aufgabe kommunaler Politik. Der Kreis ist allen Bürger:innen verpflichtet und darf nicht zum Werbeträger der Bundeswehr werden.

Die Erfahrungen vieler Veteran:innen mahnen uns zu Frieden, Diplomatie und ziviler Konfliktlösung. Wer die Folgen von Krieg ernst nimmt, darf Militär nicht als Freizeit- und Erlebnisangebot auf Marktplätzen präsentieren. Deshalb „Nein!“ zu Militärwerbung.“

Auch Lara Bosch, Mitglied der erweiterten Kreistagsfraktion und Kreissprecherin teilt diese Meinung: „Die Linke verbindet die Anerkennung von Veteran:innen mit der Forderung nach einer aktiven Friedenspolitik, einer guten psychosozialen Versorgung der Betroffenen.“ Eine offene Debatte über die Folgen von Krieg und militärischen Einsätzen, vor allem unter Einbeziehung friedenspolitischer Initiativen und Organisationen ist daher zwingend notwendig.

Die heimische Bundestagsabgeordnete Katrin Fey ergänzt: „Nette Musik und Essen neben Militärfahrzeugen und Soldaten – das ist kein Familienfest, das ist der Versuch, Aufrüstung und Militarisierung weiter zu normalisieren. Es ist ein weiterer Baustein zur allumfassenden Durchsetzung der Aufforderung zur Kriegstüchtigkeit, auf die die Menschen im Lande ausgerichtet werden sollen. Wir wehren uns dagegen, dass über den Veteranentag Krieg und Militär wieder in den Köpfen der Menschen verankert werden sollen.“

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