Wir wollen keine Blumen. Wir wollen Gerechtigkeit

Mikaela Stricker, Kreissprecherin

Zum Weltfrauentag 2026

50 Jahre ist es her als die Isländer*Innen genug hatten und sich zu einem historisch einmaligen Generalstreik zusammenfanden.

Es ist essenziell, dass wir uns den isländischen Generalstreik von 1975 zum Vorbild nehmen. Mit ihrem konsequenten Handeln haben die Frauen damals tiefgreifende Verbesserungen ihrer Lebensumstände und des gesellschaftlichen Miteinanders erwirkt. Wir müssen heute erneut verdeutlichen, dass Frauen die unsichtbaren, aber unverzichtbaren Pfeiler dieser Gesellschaft sind.

Und Heute? Am Sonntag ist der 8. März. Weltfrauentag. Und wir wissen alle was das bedeutet: 20% Rabatt auf Staubsauger und Handtaschen!

Das ist es, was uns dieses System zugesteht: Wir sollen die effizienten Haushälterinnen sein und gleichzeitig das hübsche Accessoire für die Männerwelt. Der Kapitalismus verkauft uns Emanzipation als Rabattcode, während er uns hinter der Fassade ausbeutet.

Was wir stattdessen bekommen, ist kein Rabatt, sondern eine Dauerlast: Unbezahlte Care-Arbeit, systemisch schlechtere Berufschancen und die Sackgasse der unterbezahlten „Lifestyle-Teilzeit“. Wir werden sexualisiert, für dumm verkauft und in Rollen gepresst, die uns den Atem rauben.
Doch wer versucht, aus diesem Bild auszubrechen, erfährt oft bittere Gewalt. In Deutschland stirbt jeden dritten Tag eine Frau. Nennen wir es beim Namen: Das ist kein „tragisches Unglück“, das ist kein „Beziehungsdrama“ und kein privater Mord. Es ist ein Femizid. Es ist die tödliche Konsequenz eines Systems, das uns als Besitz betrachtet.

Kapitalismus und Faschismus sind zwei Seiten derselben Medaille, die unsere Freiheit bedrohen. Wenn der Kapitalismus schwankt, wird der Faschismus als Werkzeug der Unterdrückung aus der Kiste geholt. Wir können diese Systeme bekämpfen, so viel wir wollen – wir werden sie niemals überwinden, solange wir ihnen nicht den Nährboden entziehen. Eine freie Gesellschaft ist unmöglich, solange das patriarchale Fundament bestehen bleibt.

Ich sehne mich nach dem Tag, an dem wir nicht mehr um Krümel bitten. Ich arbeite auf den Tag hin, an dem sich weltweit alle FLINTA gemeinsam erheben und dieses Patriarchat endgültig zum Teufel jagen!
Lasst euch nicht unterkriegen. Lasst nicht locker. Passt aufeinander auf. Denn nur gemeinsam haben wir eine Chance. Seid stark – für uns selbst, für jene, die nach uns kommen, und für all jene, die heute nicht mehr für sich selbst sprechen können.

 

Infostand am 8. März 2026

Ab 10 Uhr an der Siegbrücke (Henner & Frieder) in Siegen.
Kommt vorbei!