Zivilschutz im Umbruch
Kreistagsfraktion Die Linke besucht THW-Ortsverband Siegen
Um sich ein direktes Bild von der Einsatzfähigkeit und den aktuellen Herausforderungen des Katastrophenschutzes in der Region zu machen, besuchte die Kreistagsfraktion Die Linke am 11. April 2026 den THW-Ortsverband Siegen. Im Gespräch mit der Ortsverbandsleitung, vertreten durch Reiner Senner und Michael Hilgers, standen die personelle Situation, die Ausstattung sowie die Zukunft des Standorts im Mittelpunkt.
Starke Basis, wachsende Aufgaben
Zu Beginn gab Reiner Senner einen tiefen Einblick in die Strukturen, Finanzierung und die besonderen Einsatzbereiche des Technischen Hilfswerks. Dabei wurde deutlich: Der Zivilschutz rückt nach Jahren der tendenziellen Vernachlässigung wieder stärker in den Fokus des Bundes. Das THW agiert dabei als verlässlicher Partner nachrangig zu Feuerwehr und Bundeswehr, leistet aber auch international wertvolle Hilfe.
Beim anschließenden Rundgang mit Herr Hilgers über das Gelände beeindruckten die Fachgruppen durch ihre Vielseitigkeit. Vom Bergungswesen bis zur spezialisierten Infrastrukturhilfe leistet das THW Siegen einen unverzichtbaren Beitrag zur Sicherheit im Kreis Siegen-Wittgenstein. „Das Engagement der Helferinnen und Helfer ist das Rückgrat unseres Katastrophenschutzes“, betonte die Fraktion. „Es ist beeindruckend, mit welcher Professionalität hier im Ehrenamt gearbeitet wird.“
Herausforderungen im Fokus: Standortfrage und Ehrenamt
Im Austausch wurden jedoch auch kritische Punkte deutlich. Neben der Notwendigkeit einer modernen Fahrzeugflotte ist die Vereinbarkeit von Beruf und Einsatzdienst ein Dauerthema. Besonders dringlich ist die räumliche Situation: Ein Standortwechsel ist unumgänglich. Neue lange Ausschreibungsverfahren könnten jedoch bisherige Zusagen erschweren. Zudem ist es infrastrukturell eine Herausforderung, erneut eine so optimale Verkehrsanbindung wie am aktuellen Standort zu finden.
Für die Fraktion ist klar: Katastrophenlagen wie das Hochwasser im Ahrtal oder die Zunahme von Extremwetterereignissen zeigen, dass Investitionen in den Zivilschutz keine optionalen Ausgaben, sondern notwendige Vorsorge sind.
Forderung nach echter Wertschätzung
Die Linke im Kreistag fordert, den Katastrophenschutz politisch stärker zu priorisieren. „Ehrenamt braucht nicht nur warme Worte, sondern eine solide finanzielle Basis, moderne Rahmenbedingungen und Planungssicherheit bei der Standortfrage“, so das Fazit der Fraktionsmitglieder. Die Fraktion bedankt sich herzlich bei der Ortsverbandsleitung für den offenen und wertschätzenden Austausch.

