Finanzierung der Beratungsstelle TAMAR fortführen – Schutz für Frauen sichern
Der Kreistag Siegen-Wittgenstein hat am 12.12.2025 den Antrag der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen e.V. auf Fortführung der Finanzierung der Prostituiertenberatungsstelle TAMAR in einer geheimen Abstimmung mehrheitlich abgelehnt. Die Kreistagsfraktion Die Linke hatte dem Antrag ausdrücklich zugestimmt und kritisiert die Entscheidung scharf.
„Die Ablehnung der weiteren Finanzierung ist ein Schlag ins Gesicht für den Schutz von Prostituierten. TAMAR leistet seit Jahren unverzichtbare Arbeit für von Gewalt, Ausbeutung und sozialer Ausgrenzung betroffene Frauen“, erklärt Fraktionsvorsitzender Ingo Langenbach.
„Gerade in einem sensiblen und oft tabuisierten Bereich braucht es niedrigschwellige, anonyme und bürokratiearme Beratung. Aus unserer Sicht kann dies eben nicht durch behördliche Strukturen ersetzt werden, wie es andere Fraktionen im Kreistag fordern“, ergänzt Lea Friederike Klüser, stellvertretende Fraktionsvorsitzende.
Aus Sicht der linken Kreistagsfraktion ist die Ablehnung der Finanzierung ein sozialpolitisches Signal dafür, dass die Schwächsten in der Gesellschaft immer stärker gefährdet sind. Dabei bedeutet Prostituiertenberatung konkrete Hilfe – etwa Zugang zu medizinischer Versorgung, rechtliche Beratung, psychosoziale Unterstützung und Hilfe beim Ausstieg aus der Prostitution. „Aus unserer Sicht kann es nicht sein, dass unter dem Vorwand hoher Kosten – wie von der FDP und CDU im Kreistag angeführt – der Schutz und die Unterstützung von Frauen in prekären Lebenslagen gestrichen wird. Soziale Beratung sollte keine freiwillige Leistung, sondern Teil kommunaler Verantwortung sein“, betont die Fraktion.
Fraktionsmitglied Lena Götze betont: "Prostitution ist kein Beruf, wie jeder andere. Wer über Gleichstellung, Schutz vor Gewalt und soziale Teilhabe spricht, muss auch bereit sein, die entsprechenden Angebote dauerhaft zu sichern. Deshalb wird sich die linke Kreistagsfraktion dafür stark machen, TAMAR zu einem späteren Zeitpunkt wieder in die Förderung durch den Kreis aufzunehmen.“

